{"id":94,"date":"2020-11-08T17:50:29","date_gmt":"2020-11-08T17:50:29","guid":{"rendered":"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=94"},"modified":"2020-11-08T17:50:29","modified_gmt":"2020-11-08T17:50:29","slug":"die-asthetik-der-darstellung-induzierter-bewusstseinsveranderungen-im-film","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=94","title":{"rendered":"Die \u00c4sthetik der Darstellung induzierter Bewusstseinsver\u00e4nderungen im Film"},"content":{"rendered":"\n<p>Luzide Tr\u00e4ume, Hypnose, au\u00dferk\u00f6rperliche Erfahrungen, Tr\u00e4ume oder auch Rauschzust\u00e4nde induziert durch Alkohol oder pharmakologische Methoden wie Psychedelika, werden schon seit Jahrzehnten in Filmen thematisiert, sorgen f\u00fcr Aufsehen und l\u00f6sen kontroverse Diskussionen aus. Gesellschaftliche und kulturelle Kontexte gelten als Voraussetzung f\u00fcr diese, als Informationstr\u00e4ger genutzten Filme. Auch wenn diese Filme nicht als Spiegel der Gesellschaft gesehen werden k\u00f6nnen, greifen sie kontroverse Themen, die eine bestimmte Relevanz f\u00fcr die ZuschauerInnen haben, auf. Sie bilden Meinungen und haben das Potenzial Ansichtsweisen zu diesem Thema zu beeinflussen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade Filme, die sich mit bewusst induzierten Rauschzust\u00e4nden besch\u00e4ftigen, \u00fcbernehmen die Funktion als informelle Informationstr\u00e4ger f\u00fcr Jugendliche und k\u00f6nnten deshalb, je nachdem mit welchen Bildern von Drogen sie die ZuseherInnen konfrontieren, auch als Mittel zur Suchtpr\u00e4vention eingesetzt werden.<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> Schon 1894 wurde der erste amerikanisch Film \u201eChinese Opium Den\u201c von William K.L. Dickson, der das Thema Drogen aufgreift, produziert. Seitdem wurden solche Grenzerfahrungen unz\u00e4hlige Male in Filmen thematisiert und verschiedene Stilmittel zur diegetischen, stilistischen und narrativen Darstellung dieser Bewusstseinsver\u00e4nderung haben sich entwickelt. In diesem Blogpost soll es um die \u00c4sthetik und die verschiedenen M\u00f6glichkeiten gehen, durch die man einen solchen Bewusstseinszustand darstellen kann. Die filmische Darstellung \u00e4hnelt oft der Inszenierung von Tr\u00e4umen und die Erz\u00e4hlhaltung wechselt oft \u201evon einem \u00e4u\u00dferen Standpunkt in die innere Erfahrungswelt einer Figur\u201c.<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4ufig verwendete Stilmittel sind Farbspiele und Farbfilter wie in \u201eAsphalt Cowboy\u201c (1969), die Ver\u00e4nderung der Zeit, durch Zeitraffer, Zeitlupe oder das r\u00fcckw\u00e4rts Abspielen einer Szene wie in \u201eDie Regeln des Spiels\u201c (2002) zu sehen ist. Rascher Perspektivenwechsel, Inserts und schnelle Schnittfolgen werden oft verwendet um diesen induzierten Kontrollverlust darzustellen. Der Regisseur Jonas Akerlund versucht in seinem Film \u201eSpun\u201c (2002) mit \u00fcber 5000 Schnitten in 100 Minuten die aufputschende Wirkung von Speed auf die ZuseherInnen zu \u00fcbertragen und auch in \u201eRequiem for a Dream\u201c (2000) und \u201eThe Trip\u201c (1967) werden schnelle Schnittfolgen verwendet. Rasche Perspektivenwechsel und eine aktive Kameraf\u00fchrung sowie das Kombinieren von Kamerabewegung und Zoom wie in \u201eScarface\u201c (1983) geh\u00f6ren ebenfalls zu den Stilmitteln, die genutzt werden. Kaleidoskop-Effekte und die Verwendung von komplexen geometrischen Mustern kommen sowohl im Realfilm als auch im Animationsfilm zum Einsatz und Doppelbelichtungen und Unsch\u00e4rfen, wie sie in den Filmen \u201eHer\u201c (2013), \u201eDrugstore Cowboy\u201c (1989), \u201eBlueberry und der Fluch der D\u00e4monen\u201c (2004) oder \u201cApocalypse now\u201c (1979) zu sehen sind geh\u00f6ren schon seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts zu den M\u00f6glichkeiten um ver\u00e4nderte Bewusstseinszust\u00e4nde im Film zu visualisieren. Das Ver\u00e4ndern der Umgebung wie in \u201eFear and Loathing in Las Vegas (1998) oder \u201eTrainspotting\u201c (1996) haben ebenfalls eine lange Tradition, wenn man die Filme der letzten Jahrzehnte, die dieses Thema behandeln, n\u00e4her betrachtet. Weitere h\u00e4ufig verwendete Methoden sind Halluzinationen, wie sie in \u201eThe Doors\u201c (1991), \u201cSaint Laurent\u201d (2014) oder \u201cDer H\u00f6llentrip\u201c (1980) zu sehen sind, Splitscreens wie in \u201eOSS 117\u201c (2006), Lichtspiele, optische visuelle Effekte wie in \u201eThe Trip\u201c (1967), Verzerrungen oder das Spiel mit Licht und Schatten.<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Egal ob diese Filme aufkl\u00e4ren, abschrecken, bestimmte Milieus schildern oder einfach nur unterhalten wollen, die \u00c4sthetisierung von Rauschzust\u00e4nden ist eine Gratwanderung, die oft reizvoll erscheint aber in fast allen Filmen, unabh\u00e4ngig davon, ob sie Drogen ins Zentrum r\u00fccken oder sie nur beil\u00e4ufig erw\u00e4hnen, folgt auf diese Idealisierung dann ein Absturz, der negative Folgen oder sogar den Tod nach sich zieht und es gibt sowohl f\u00fcr die idealisierte als auch die zerst\u00f6rerische Darstellung von drogeninduzierten Bewusstseinsver\u00e4nderungen unz\u00e4hlige Stilmittel und Methoden.<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Goette, Sabine\/ R\u00f6llecke, Renate: Illegale Drogen in popul\u00e4ren Spielfilmen. Eine kommentierte \u00dcbersicht \u00fcber&nbsp; Spielfilme zum Thema illegale Drogen ab 1995. K\u00f6ln: Bundeszentrale f\u00fcr gesundheitliche Aufkl\u00e4rung 2008<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Horn, Christian: Drogen im Film. Ethik und \u00c4sthetik. [15.01.2019] In: <a href=\"https:\/\/www.kinofenster.de\/filme\/archiv-film-des-monats\/kf1901\/kf1901-beautiful-boy-hg2-drogenfilme\/\">https:\/\/www.kinofenster.de\/filme\/archiv-film-des-monats\/kf1901\/kf1901-beautiful-boy-hg2-drogenfilme\/<\/a> (zuletzt aufgerufen am 08.11.2020)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> o.V [03. 03. 2015]: Drogen und Film \u2013 Blow up &#8211; ARTE. In: https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=eY2koDBVaiE (zuletzt aufgerufen am 08. 11. 2020)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Horn, Christian: Drogen im Film. Ethik und \u00c4sthetik. [15.01.2019] In: <a href=\"https:\/\/www.kinofenster.de\/filme\/archiv-film-des-monats\/kf1901\/kf1901-beautiful-boy-hg2-drogenfilme\/\">https:\/\/www.kinofenster.de\/filme\/archiv-film-des-monats\/kf1901\/kf1901-beautiful-boy-hg2-drogenfilme\/<\/a> (zuletzt aufgerufen am 08.11.2020)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Luzide Tr\u00e4ume, Hypnose, au\u00dferk\u00f6rperliche Erfahrungen, Tr\u00e4ume oder auch Rauschzust\u00e4nde induziert durch Alkohol oder pharmakologische Methoden wie Psychedelika, werden schon seit Jahrzehnten in Filmen thematisiert, sorgen f\u00fcr Aufsehen und l\u00f6sen kontroverse Diskussionen aus. Gesellschaftliche und kulturelle Kontexte gelten als Voraussetzung f\u00fcr diese, als Informationstr\u00e4ger genutzten Filme. Auch wenn diese Filme nicht als Spiegel der Gesellschaft gesehen<\/p>\n<footer class=\"entry-footer index-entry\">\n<div class=\"post-social pull-left\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fdesres20.netornot.at%2F%3Fp%3D94\" target=\"_blank\" class=\"social-icons\"><i class=\"fa fa-facebook\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><a href=\"https:\/\/twitter.com\/home?status=http%3A%2F%2Fdesres20.netornot.at%2F%3Fp%3D94\" target=\"_blank\" class=\"social-icons\"><i class=\"fa fa-twitter\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/shareArticle?mini=true&#038;url=http%3A%2F%2Fdesres20.netornot.at%2F%3Fp%3D94&#038;title=Die+%C3%84sthetik+der+Darstellung+induzierter+Bewusstseinsver%C3%A4nderungen+im+Film\" target=\"_blank\" class=\"social-icons\"><i class=\"fa fa-linkedin\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><\/div>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=94\" class=\"more-link\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">\u2192<\/span><\/a><\/p>\n<\/footer>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/94"}],"collection":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=94"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/94\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":95,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/94\/revisions\/95"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=94"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=94"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=94"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}