{"id":842,"date":"2020-12-12T10:47:38","date_gmt":"2020-12-12T10:47:38","guid":{"rendered":"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=842"},"modified":"2020-12-12T10:48:11","modified_gmt":"2020-12-12T10:48:11","slug":"die-verwendung-von-traumsequenzen-in-narrativen-filmen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=842","title":{"rendered":"Die Verwendung von Traumsequenzen in narrativen Filmen"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Zusammenhang von Freuds Psychoanalyse und Rauschzust\u00e4nden wurde schon im Blogpost \u201e<a href=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=398\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=398\">Die psychoanalytische Filmtheorie von Rauschzust\u00e4nden im Film<\/a>\u201c thematisiert. Auch Tr\u00e4ume k\u00f6nnen als eine Art Rauschzustand aufgefasst werden. Traumsequenzen im Film werden oft als Erz\u00e4hltechniken verwendet um Zwischensequenzen von der Hauptgeschichte abzugrenzen. Dazu z\u00e4hlen sowohl Tr\u00e4ume, R\u00fcckblenden, Visionen, Halluzinationen, Rauschzust\u00e4nde, Bewusstseinsver\u00e4nderungen oder Phantasievorstellungen. Diese Zwischensequenzen grenzen sich durch Unterschiede, Raum und Zeit betreffend ab. Sie werden oft genutzt um einen tieferen Einblick in die Gedanken oder Psyche eines Charakters zu geben. Tr\u00e4ume werden aber auch genutzt um einen Charakter auf neue Ideen zu bringen oder ihm bewusst zu machen, dass das Erlebte nicht real war. Dieser Prozess des sich etwas bewusst Werdens wird auch verwendet um unrealistischen Handlungsstr\u00e4ngen wieder einen Kontext zu geben und aufzukl\u00e4ren, dass es sich dabei nicht um die Realit\u00e4t gehandelt hat. Meist handelt es sich bei diesen Traumsequenzen im Film nicht um luzide Tr\u00e4ume. Die Person, die tr\u00e4umt ist sich dessen also nicht bewusst und bemerkt erst nach dem Traum, dass es sich um einen solchen gehandelt hat. Es wird prinzipiell zwischen zwei verschiedenen Arten von Traumsequenzen unterschieden.<\/p>\n\n\n\n<ol type=\"1\"><li><strong>Klar geklammerte Traumerz\u00e4hlungen<\/strong>: Bei diesen Traumsequenzen ist dem Betrachter von Anfang an klar, dass es sich um einen Traum handelt. Oft wird der Ein- und Ausstieg in und aus dem Traum sogar in die Handlung miteinbezogen.<\/li><li><strong>Nachtr\u00e4glich konstruierte Traumerz\u00e4hlungen<\/strong>: Hierbei wird dem Betrachter erst im Nachhinein klar, dass es sich bei den Geschehnissen nicht um die Realit\u00e4t, sondern um einen Traum des Charakters gehandelt hat.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Traumsequenzen geh\u00f6ren au\u00dferdem zum \u201e<strong>Spektrum der filmischen Darstellungsm\u00f6glichkeiten von Subjektivem, was in manchen Filmerz\u00e4hlungen dazu f\u00fchrt, dass Traumsequenzen zur psychologischen Ausgestaltung von Figuren verwendet und nach Freudschen Kriterien gestaltet werden<\/strong>.\u201c.<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Um Traumsequenzen audiovisuell vom Haupterz\u00e4hlstrang zu trennen wird oft mit Musik, zum Beispiel Harfenklang, oder dem Verschwimmen eines Bildes gearbeitet. Der Traum selbst wird oft durch sehr phantastische und surreale Elemente, eine andere Farbgebung oder Unsch\u00e4rfe hervorgehoben.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt aber auch Regisseure, die solche \u00fcblichen audiovisuellen Abgrenzungstechniken bewusst meiden und lieber andere Zug\u00e4nge, Mittel und Techniken verwenden um solche Sequenzen von der Hauptgeschichte zu trennen. Alfred Hitchcock hat 1945 Regie in einem der ersten Filme, die sich mit Sigmund Freuds Psychoanalyse besch\u00e4ftigten, gef\u00fchrt. Hitchcock entschied sich bei dem Film Spellbound f\u00fcr eine zu dieser Zeit un\u00fcbliche Art Tr\u00e4ume darzustellen. Seiner Meinung nach waren Tr\u00e4ume sehr lebhaft und klar, was die vernebelte, unscharfe Darstellung, die sonst verwendet wurde um Tr\u00e4ume als solche zu kennzeichnen, ausschloss. In Zusammenarbeit mit Salvador Dal\u00ed entstand so eine Traumsequenz, die es schafft einen faszinierenden Einblick in die Psyche des Hauptcharakters zu geben. Dazu verwendet er Motive wie die flie\u00dfende Zeit, verh\u00fcllt Gesichter oder Spielkarten. Die Szene gibt Aufschluss \u00fcber unterdr\u00fcckte Erinnerungen und Gr\u00fcnde f\u00fcr den Ged\u00e4chtnisverlust des Charakters. Der K\u00fcnstler Salvador Dal\u00ed wurde bereits in dem Blogpost \u201e<a href=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=202\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=202\">Warum Walt Disney immer schon als Vorreiter im Bereich psychedelischer Szenen im Animationsfilm galt<\/a>.\u201c erw\u00e4hnt. Er hat n\u00e4mlich auch schon mit Walt Disney zusammen an Traumsequenzen f\u00fcr Animationsfilme gearbeitet und schon \u00f6fter surreale Elemente in seine Filme miteinflie\u00dfen lassen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"742\" src=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Spelbound-1024x742.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-843\" srcset=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Spelbound-1024x742.jpg 1024w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Spelbound-300x218.jpg 300w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Spelbound-768x557.jpg 768w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Spelbound.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Alfred Hitchcock&#8217;s Spellbound with Salvador Dal\u00ed<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wie also zu erkennen ist k\u00f6nnen Tr\u00e4ume, R\u00fcckblenden, Visionen, Halluzinationen, Rauschzust\u00e4nde, Bewusstseinsver\u00e4nderungen oder Phantasievorstellungen durch unterschiedliche audiovisuelle Merkmale vom narrativen Handlungsstrang abgegrenzt werden. Wichtig ist nur, dass sie sich \u00fcberhaupt abgrenzen und in drastischem Gegensatz zur realen Welt stehen. \u201e<strong>Der stilistische Bruch zwischen Realit\u00e4t und Traum ist absichtlich gro\u00df, um die W\u00fcnsche unerf\u00fcllbar und weltfremd erscheinen zu lassen.<\/strong>\u201c<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> o.V. (22.04.2012): Traumsequenz. In:<\/p>\n\n\n\n<p>http:\/\/filmlexikon.uni-kiel.de\/index.php?action=lexikon&amp;tag=det&amp;id=7646 (zuletzt aufgerufen am 11.12.2020)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Sch\u00f6pe, Maria: Traumsequenzen. \u00c4sthetik sequenzieller Imagination im Film. Diplomarbeit Hochschule f\u00fcr Film und Fernsehen Konrad Wolf Potsdam Babelsberg. Potsdam 2007, S.95<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Zusammenhang von Freuds Psychoanalyse und Rauschzust\u00e4nden wurde schon im Blogpost \u201eDie psychoanalytische Filmtheorie von Rauschzust\u00e4nden im Film\u201c thematisiert. Auch Tr\u00e4ume k\u00f6nnen als eine Art Rauschzustand aufgefasst werden. Traumsequenzen im Film werden oft als Erz\u00e4hltechniken verwendet um Zwischensequenzen von der Hauptgeschichte abzugrenzen. Dazu z\u00e4hlen sowohl Tr\u00e4ume, R\u00fcckblenden, Visionen, Halluzinationen, Rauschzust\u00e4nde, Bewusstseinsver\u00e4nderungen oder Phantasievorstellungen. Diese Zwischensequenzen<\/p>\n<footer class=\"entry-footer index-entry\">\n<div class=\"post-social pull-left\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fdesres20.netornot.at%2F%3Fp%3D842\" target=\"_blank\" class=\"social-icons\"><i class=\"fa fa-facebook\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><a href=\"https:\/\/twitter.com\/home?status=http%3A%2F%2Fdesres20.netornot.at%2F%3Fp%3D842\" target=\"_blank\" class=\"social-icons\"><i class=\"fa fa-twitter\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/shareArticle?mini=true&#038;url=http%3A%2F%2Fdesres20.netornot.at%2F%3Fp%3D842&#038;title=Die+Verwendung+von+Traumsequenzen+in+narrativen+Filmen\" target=\"_blank\" class=\"social-icons\"><i class=\"fa fa-linkedin\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><\/div>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=842\" class=\"more-link\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">\u2192<\/span><\/a><\/p>\n<\/footer>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/842"}],"collection":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=842"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/842\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":845,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/842\/revisions\/845"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=842"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=842"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=842"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}