{"id":7446,"date":"2021-11-27T20:42:55","date_gmt":"2021-11-27T20:42:55","guid":{"rendered":"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=7446"},"modified":"2021-11-27T20:42:55","modified_gmt":"2021-11-27T20:42:55","slug":"das-live-end-dead-end-konzept-im-studiobau","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=7446","title":{"rendered":"Das &#8220;Live-End, Dead-End&#8221;-Konzept im Studiobau"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Bau und Konzeption von Regier\u00e4umen haben sich unterschiedliche Konzepte zum Umgang mit Reflexionen ausgehend von den Lautsprechern entwickelt. Besonders popul\u00e4r ist das sogenannte &#8220;<em>Live-End, Dead-End<\/em>&#8220;-Konzept (kurz <em>LEDE<\/em>). Dieses wurde Ende der 70er Jahre von Don und Carolyn Davis vorgestellt und in den darauffolgenden Jahren h\u00e4ufig umgesetzt. Aus eigener Erfahrung als Studioplaner kann ich sagen, dass Konzepte dieser Art ein wenig an Bedeutung verloren haben, weil Studios heutzutage eher funktional gebaut werden. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass durch den massiven R\u00fcckgang der Verk\u00e4ufe von Tontr\u00e4gern auch die Budgets f\u00fcr teure Studiokonzepte und -umsetzungen fehlen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Das LEDE-Konzept wurde unter der Beachtung psychoakustischer Effekte, wie dem Haas-Effekt und dem Richtungsh\u00f6ren entwickelt. Dabei ist die Grundidee, dass der Regieraum in zwei H\u00e4lften geteilt wird. Der vordere Teil des Raums (<em>Dead-End<\/em>), wo sich auch die Lautsprecher befinden, ist komplett mit absorptivem Material verbaut, w\u00e4hrend die zweite H\u00e4lfte (<em>Live-End<\/em>), also die R\u00fcckwand und ein gro\u00dfer Teil der Seitenw\u00e4nde und Decke komplett reflektiv ist. Das Ziel ist es einen Direktschall zu erhalten, der sich hinsichtlich Pr\u00e4gnanz, Lautst\u00e4rke und Zeit deutlich von den Erstreflexionen unterscheidet. Dazu wird die &#8220;Live-End&#8221;-Seite diffus gestaltet und der Schall so gestreut, dass man keine harten, diskreten Einzelreflexionen hat, welche den Klang zu sehr f\u00e4rben. Au\u00dferdem soll der Raum durch diese Ma\u00dfnahme lebendiger und nat\u00fcrlicher klingen als typische Regier\u00e4ume, die \u00fcberwiegend mit Absorption bed\u00e4mpft werden.<br>Um dieses Konzept noch zu optimieren, werden die Lautsprecher in die Frontwand eingebaut, sodass die kugelf\u00f6rmige Abstrahlcharakteristik tiefer Frequenzen unterbunden wird. Damit bleibt der vordere Teil des Raumes komplett reflexionsfrei.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"603\" height=\"445\" src=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/LEDE.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7448\" srcset=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/LEDE.jpg 603w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/LEDE-300x221.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 603px) 100vw, 603px\" \/><figcaption>Tonregie mit <em>sbsorptiver Front und reflektiver<\/em><em> R\u00fcck<\/em>s<em>eite<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Es gibt aber auch den Ansatz Tonregien genau andersrum zu gestalten. In diesem Fall wird der vordere Bereich reflektiv gebaut und die R\u00fcckseite absorptiv. Dabei werden potentielle Erstreflexionen von der R\u00fcckwand und den Seitenw\u00e4nden absorbiert. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1000\" height=\"667\" src=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/cr021504-uz6DlvMs4JcNGpWFtkfIGj1MzSzbye6D-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7449\" srcset=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/cr021504-uz6DlvMs4JcNGpWFtkfIGj1MzSzbye6D-1.jpg 1000w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/cr021504-uz6DlvMs4JcNGpWFtkfIGj1MzSzbye6D-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/cr021504-uz6DlvMs4JcNGpWFtkfIGj1MzSzbye6D-1-768x512.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption><em>Tonregie mit reflektiver Front und fest verbauten Lautsprechersystemen<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Welches Konzept sinnvoller ist, ist in vielen F\u00e4llen eine Frage des Geschmacks und des gew\u00fcnschten H\u00f6reindrucks. Erst durch das l\u00e4ngerfristige Arbeiten in beiden Arten von R\u00e4umen kann ein eigenes Urteil gef\u00e4llt werden.<br><br><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Philip Newell. 2012. Recording Studio Design. Third Edition. S. 391 ff.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.soundonsound.com\/techniques\/sos-guide-control-room-design\">https:\/\/www.soundonsound.com\/techniques\/sos-guide-control-room-design<\/a><br><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Bau und Konzeption von Regier\u00e4umen haben sich unterschiedliche Konzepte zum Umgang mit Reflexionen ausgehend von den Lautsprechern entwickelt. Besonders popul\u00e4r ist das sogenannte &#8220;Live-End, Dead-End&#8220;-Konzept (kurz LEDE). Dieses wurde Ende der 70er Jahre von Don und Carolyn Davis vorgestellt und in den darauffolgenden Jahren h\u00e4ufig umgesetzt. 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