{"id":7149,"date":"2021-10-24T11:35:56","date_gmt":"2021-10-24T11:35:56","guid":{"rendered":"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=7149"},"modified":"2021-10-24T11:36:25","modified_gmt":"2021-10-24T11:36:25","slug":"afrikanische-integration-in-deutschland-durch-musik-und-tanz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=7149","title":{"rendered":"Afrikanische Integration in Deutschland durch Musik und Tanz"},"content":{"rendered":"\n<p>In diesem Artikel von Inken Carstensen-Egwuom (2011) geht es darum, wie sich Afrikaner aus Subsahara-Afrika in Chemnitz als Musiker pr\u00e4sentieren. Es wird untersucht, welchen Zweck die Musik- und Tanzdarbietungen aus Subsahara-Afrika sowohl f\u00fcr die Mehrheitsgesellschaft als auch f\u00fcr die Einwanderer als Einzelpersonen und als Gemeinschaft erf\u00fcllen. Ihre Analyse zeigt, wie die Netzwerke oder Vereinigungen von Einwanderern mit den Erwartungen und Zuschreibungen von &#8220;Authentizit\u00e4t&#8221; in einer Kleinstadt zusammenh\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn eine Person oder eine Gruppe nicht von anderen in der Gesellschaft abh\u00e4ngig ist, ist eine kontinuierliche Selbstdarstellung nicht notwendig. Aber in Wettbewerbssituationen, sei es wegen Finanzen, \u00f6ffentlicher Anerkennung oder privater Best\u00e4tigung, besteht ein erh\u00f6hter Bedarf an Selbstdarstellung, und diese Darstellung wird von sozialen Normen geleitet (Holly, 2010).<\/p>\n\n\n\n<p>Je schw\u00e4cher die Machtposition der betreffenden Person oder Gruppe ist, desto mehr muss sie sich den Erwartungen der Gesellschaft anpassen. Auf diese Weise wird das stereotype Bild des &#8220;geborenen afrikanischen Musikers&#8221; gest\u00e4rkt und die in diesem Artikel diskutierten Widerst\u00e4nde gegen dieses Bild bleiben mehr oder weniger verborgen. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Inken Carstensen-Egwuom (2011) zeigt, dass Musik- und Tanzauff\u00fchrungen in hohem Ma\u00dfe vom lokalen Kontext und von lokalen wie globalen Machtstrukturen abh\u00e4ngig sind.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Musik- und Tanzdarbietungen ver\u00e4ndern ihren Sinn und Zweck, wenn sie von Migranten im Kontext ihrer Ankunft genutzt werden: In diesem Fall helfen Musik und Tanz den Mitgliedern des nigerianischen Vereins, sich in die lokale interkulturelle Szene zu integrieren und sich den Erwartungen der Mehrheitsgesellschaft anzupassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Integration erfolgt jedoch nicht in der Weise, dass sie nicht mehr als Ausl\u00e4nder erkennbar sind. Um sich zu integrieren und ein anerkannter Teil der Stadtbev\u00f6lkerung zu werden, zelebrieren sie vielmehr ihre Fremdheit und verst\u00e4rken sie sogar noch, indem sie sie auff\u00fchren: In diesem Fall nutzten sie eine afrikanische Musik- und Tanzauff\u00fchrung, den Ajegule-Tanz, der die Einheit inmitten der ethnischen Vielfalt in seinem Herkunftskontext feiert. Im Rahmen des interkulturellen Festivals ver\u00e4ndert er sich, um das Anderssein, das Afrikanischsein der Darsteller zu betonen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Musik- und Tanzdarbietungen erm\u00f6glichen es den nigerianischen Vereinsmitgliedern, als &#8220;\u00f6ffentliche Fremde&#8221; (Glick Schiller, et al., 2004) zu agieren und die Ausl\u00e4nder als kulturell anders als die Deutschen darzustellen. Kulturelle Differenz wird so zu einem wichtigen Aspekt der Eingliederung.<\/p>\n\n\n\n<p>Literatur:<\/p>\n\n\n\n<p>Carstensen-Egwuom, I. (2011). Representing an \u201eAuthentic Ethnis Identity\u201d: Experiences of Sub-Saharan African Musicians in an Eastern German City. Music &amp;. Arts in Action. Vol 3\/3 Bremen<\/p>\n\n\n\n<p>Glick Schiller, N. and A. Caglar. (2009) \u201cTowards a comparative theory of locality in migrationstudies: Migrant incorporation and city scale\u201d. Journal of Ethnic and Migration Studies, 2: 177\u2013202.<\/p>\n\n\n\n<p>Holly, W. (2010) \u201cPolitische kommunikation \u2013 Perspektiven der medienlinguistik. Am beispieleines selbstdarstellungsvideos von guido westerwelle\u201c. In C. D\u00fcrscheid, and K.S. Roth (eds), Wahl der W\u00f6rter &#8211; Wahl der Waffen? Sprache und Politikin der Schweiz. Bremen: Hempen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Artikel von Inken Carstensen-Egwuom (2011) geht es darum, wie sich Afrikaner aus Subsahara-Afrika in Chemnitz als Musiker pr\u00e4sentieren. Es wird untersucht, welchen Zweck die Musik- und Tanzdarbietungen aus Subsahara-Afrika sowohl f\u00fcr die Mehrheitsgesellschaft als auch f\u00fcr die Einwanderer als Einzelpersonen und als Gemeinschaft erf\u00fcllen. 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