{"id":7075,"date":"2021-09-21T10:00:00","date_gmt":"2021-09-21T10:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=7075"},"modified":"2021-09-21T10:20:03","modified_gmt":"2021-09-21T10:20:03","slug":"ars-electronica-festival-2021","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=7075","title":{"rendered":"Ars Electronica Festival 2021"},"content":{"rendered":"\n<p>Im nachfolgenden Essay sollen drei Beitr\u00e4ge des Ars Electronica Festivals 2021 kurz behandelt und ihre Relevanz in Bezug auf die Arbeit als Designer\u00efnnen untersucht werden. Die drei Beitr\u00e4ge waren als Video-On-Demand auf der Website des Festivals zum Abruf verf\u00fcgbar, und bieten drei ganz unterschiedliche Themen und Zug\u00e4nge. Jeder Abschnitt beginnt mit einem Abriss \u00fcber den Inhalt des Beitrags, um danach auf seine Relevanz und weiterf\u00fchrende Ideen einzugehen.<\/p>\n\n\n\n<h3><strong><strong><strong><strong><strong><strong>STEAMhouse Specialists: Bio Boxes, Sarah King<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Der erste Beitrag tr\u00e4gt den Titel \u201eSTEAMhouse Specialists: Bio Boxes, Sarah King\u201c und dreht sich um eben jeden Person, die ein spannendes Projekt voranbringt. Sarah King spricht als Gr\u00fcnderin dabei \u00fcber ihr Projekt &#8211; so wie sie es beschreibt, handelt es sich um ein Kit welches an Rund 20 Teilnehmer\u00efnnen\u00a0 geschickt wird, und Materialen und \u201enat\u00fcrliche Teile\u201c enth\u00e4lt. Ihr Augenmerk liegt dabei auf der Erkundungen jener Materialien und einem Zugang, diese f\u00fcr weitere Projekte zu nutzen; es sollen damit auch neue Materialien und Einsatzm\u00f6glichkeiten gefunden werden. Entstanden ist das Projekt in der Coronazeit, wo es ihr an praktischem Arbeiten gefehlt hat. Sie will zudem Daten sammeln zu der Arbeit mit den Materialien, quasi als Vorstufe zur Wissenschaft und sie danach Wissenschaftler\u00efnnen zur Verf\u00fcgung stellen. Die Teilnehmer\u00efnnen sind sowohl Menschen aus dem Kreativbereich als auch Personen die im Grunde nichts damit zu tun haben. Die Kits sind aber anscheinend so gestaltet, dass sie von einer F\u00fclle an Menschen genutzt werden k\u00f6nnen. Inhaltlich liegt der Fokus auf Nachhaltigkeit und Sustainability, sowie auf Textilien und Mode. Damit sollen im besten Fall auch Alternativen aufgezeigt werden, was besonders durch den offenen Zugang erm\u00f6glicht wird. Die bereits angesprochenen Themen sind f\u00fcr aktuelle und auch zuk\u00fcnftige Designer\u00efnnen enorm relevant. Sei es in Richtung Upcycling, das sich auch stark mit Materialien und ihren Eigenschaften besch\u00e4ftigt, als auch im Produktdesign, das auch st\u00e4ndig auf der Suche nach neuen Materialien ist. Der offene Zugang und der explorative Anspruch ist etwas, das auch in unserer Branche Einzug halt kann und sollte. Schon jetzt setzen einige auf Methoden jener Art, aber es tut gut, sie nochmal in so einem Projekt wiederzufinden. Auch diese Kombination aus Design und Wissenschaft, die Arbeit mit Daten und die generelle Ausrichtung l\u00e4sst sich auf viele weitere Bereiche \u00fcbertragen, speziell im kreativen Feld. Zusammenfassend handelt es sich hier um ein spannendes Projekt mit einer starken Idee und einem klugen Konzept. Man kann nur hoffen es kann bald auf eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl an Teilnehmer\u00efnnen ausgeweitet werden.<\/p>\n\n\n\n<h3><strong><strong><strong><strong><strong><strong>Cuba Garden \/ Disconnected Experiences<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Der zweite Beitrag handelt von einer Reihe von Menschen aus Kuba und tr\u00e4gt den Titel \u201eCuba Garden \/ Disconnected Experiences\u201c. Sie sprechen dabei \u00fcber ihren (kreativen) Alltag, ihr Leben in Kuba und wie sie gewisserma\u00dfen \u201edisconnected\u201c sind. Der Grund daf\u00fcr ist dabei vorrangig die Infrastruktur des Landes, die f\u00fcr alle von uns in der Ersten Welt komplett selbstverst\u00e4ndlich ist. Als Beispiel f\u00e4llt hier gleich zu Beginn die M\u00f6glichkeit Internet zu verwenden &#8211; f\u00fcr sehr viele Kubaner\u00efnnen ist es anscheinend ein allt\u00e4gliches Ritual in den Park zu gehen und dort das verf\u00fcgbare WLAN zu nutzen. Das bedeutet Millionen Menschen haben zuhause keinen Internetzugang und auch nicht auf ihren Mobilger\u00e4ten. Auch andere technische Infrastruktur ist nicht so weit verbreitet wie in der westlichen Welt. Das bedeutet in weiterer Folge, dass Designer\u00efnnen und K\u00fcnsterl\u00efnnen gewisserma\u00dfen gezwungen sind anders zu arbeiten als ihre Kolleg\u00efnnen in den anderen Teilen der Welt. Gleichzeitig haben sich weitere Formen der Konnektivit\u00e4t entwickelt, wie etwa die Praxis eine Festplatte mit Filmen, Serien und anderen Inhalten in der Nachbarschaft herumzureichen, die damit zu einer Art \u201elokaler Streamingdienst\u201c wird. Auch K\u00fcnstler\u00efnnen arbeiten mit dieser \u201ePlattform\u201c. Und Kunst spielt ganz generell eine gro\u00dfe Rolle im Land, da damit aktuelle Geschehnisse und Zust\u00e4nde transportiert und vermittelt werden. Eine der Personen spricht dabei von einer Dreiteilung in politische und \u00f6konomische Kontexte, sowie einen \u201eInsel-Kontext\u201c als dritte Aufgliederung. Dass diese Formen der Kommunikation erst entstehen, hat mit dieser Diskonnektivit\u00e4t zu tun, die Kuba beherrscht. Deshalb ist das allgemeine Credo auch, dass sich ein digitaler Workflow im Land \u00e4u\u00dferst schwierig umsetzen l\u00e4sst. Das Umfeld &#8211; so meinen sie &#8211; beeinflusst das Schaffen stark bzw. st\u00e4rker als in westlichen L\u00e4ndern, da die Technik und die digitalen Welten es einem erm\u00f6glichen, das eigene Umfeld eher auszuklammern. Als \u201eVorschlag\u201c wurde \u00fcberlegt Plattformen neu zu denken, basierend auf vier Elementen &#8211; der Hardware, der Software, dem Internet an sich, sowie der Ausgestaltung der Plattform. Auch diesen Beitrag empfinde ich als enorm relevant f\u00fcr uns Schaffende. Schon der Gedanke in dieser digitalen Welt vollst\u00e4ndig (!) analog zu arbeiten ist mittlerweile kaum vorstellbar. Die Plattformen und die \u00d6konomie, die mit ihnen verbunden ist, sind m\u00e4chtig und bestimmen (oder leiten) das Leben vieler von uns. Ohne sie fehlt die Stimme und die M\u00f6glichkeit eine Verbindung zu kn\u00fcpfen, die dann in die \u201eechte\u201c Welt reicht. Das Thema rund um \u201econnected\/disconnected\u201c ist vielschichtig und l\u00e4sst noch viele neue Gedanken und Herangehensweisen zu. Als Denkansto\u00df war der Beitrag allerdings wirklich ideal, und l\u00e4sst einen nachsinnen \u00fcber die digitale Welt.<\/p>\n\n\n\n<h3><strong><strong><strong><strong><strong><strong>Green \/ Sampling Color<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Im dritten Beitrag spricht Jens Hauser von der Universit\u00e4t Kopenhagen \u00fcber die Farbe Gr\u00fcn unter dem Titel \u201eGreen \/ Sampling Color\u201c. Mit seinem Vortrag m\u00f6chte er eine v\u00f6llig neue Facette \u00fcber die Betrachtung von Gr\u00fcn aufmachen, die sich so wohl selten irgendwo finden l\u00e4sst. So ist sein Hauptargument, dass Gr\u00fcn in der heutigen Welt im Grunde genommen \u201ezu gut\u201c konnotiert ist und zu einfach begriffen werde, was in vielen F\u00e4llen ein Fehlschluss sei, so der Wissenschaftler. Es wird beispielsweise ganz klassisch als die \u00f6kologische Farbe angesehen, und manchmal auch als Warnfarbe verwendet, wenn es sich um etwas Giftiges handelt. Warum aber fasziniert uns Menschen die Farbe Gr\u00fcn so sehr? Als Diskursmaterial zeigt er ein Video aus den USA wo sich ein Dienstleister auf Gr\u00fcnfl\u00e4chen bzw. Rasenfl\u00e4chen spezialisiert hat. Die \u201ePflege\u201c sieht in hierbei so aus, dass br\u00e4unliches, vertrocknetes Gras schlicht gr\u00fcn nachgef\u00e4rbt wird. Daf\u00fcr wurde eine spezielle Formel entwickelt, die das umweltschonend umsetzen soll &#8211; und dieser Service ist mittlerweile sehr beliebt in den trockenen Teilen der USA. Nach Hauser sei Gr\u00fcn ein Fetisch, der sich in solchen Dingen \u00e4u\u00dfert. Es bilde einen Idealzustand ab, der mit Macht und Prosperit\u00e4t einhergehe. Das lasse sich auch gut in Golfstaaten wie Katar sehen, wo die W\u00fcste mit enormem Wasseraufwand begr\u00fcnt wird. Gleichzeitig ist Gr\u00fcn die Farbe des Islam und ein Symbol f\u00fcr konstante Arbeit. Die Logik ist bestechend: Ein gepflegter Rasen, ein gepflegtes Leben &#8211; alles ist in Ordnung. Es verzeihe auch keine Fehler, was zu dieser fetischisierten Stellung zus\u00e4tzlich beitr\u00e4gt. Auch Pflanzen haben eine besondere Beziehung zur Farbe Gr\u00fcn. So nehmen sie alle Farben des sichtbaren Spektrums auf &#8211; au\u00dfer Gr\u00fcn selbst, da das von ihnen reflektiert wird und sie dadurch erst gr\u00fcn erscheinen l\u00e4sst. Im Bereich der Pigmente war Gr\u00fcn \u00fcber Jahrhunderte \u00e4u\u00dferst instabil und konnte seine Farbe nicht halten. Stabiles Gr\u00fcn konnte erst durch hochtoxische Bestandteile erreicht werden, wodurch er die Unnat\u00fcrlichkeit der Farbe nochmals betont. Was ist sein L\u00f6sungsansatz zur gro\u00dfen Komplexit\u00e4t der Farbe Gr\u00fcn? Green Studies, die den Namen auch verdienen. Ein Zusammenschluss aus Wissenschaftler\u00efnnen, die durch eine ausgepr\u00e4gte Interdisziplinarit\u00e4t zusammenfinden und sich in ihren Forschungen unterst\u00fctzen. Der Beitrag war spannend anzusehen\/anzuh\u00f6ren, da er eine mir v\u00f6llig neue Sichtweise auf etwas vermeintlich Schlichtes, wie die Farbe Gr\u00fcn, er\u00f6ffnet hat. Er springt dabei von Themengebiet zu Themengebiet, was ich als sehr bereichernd empfunden habe. Es zeigt sich auch, dass es viele Bereiche einer gestalterischen Perspektive gibt, die sich durch die Betrachtung via anderer Disziplinen v\u00f6llig neu denken lassen. Das macht es relevant f\u00fcr uns als Designer\u00efnnen, Dinge immer wieder aus neuen Perspektiven zu betrachten, und im besten Fall daf\u00fcr interdisziplin\u00e4r zu arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammenfassend waren alle drei Beitr\u00e4ge spannend und gut anzusehen, da sie Ideen und Konzepte behandeln, die f\u00fcr aktuelle und zuk\u00fcnftige Designer\u00efnnen und Gestalter\u00efnnen relevant sind. Sie alle haben Sichtweisen aufgezeigt, die sich lohnen sie weiter zu behandeln und in die eigene T\u00e4tigkeit einflie\u00dfen zu lassen. Das gilt auch f\u00fcr das Ars Electronica Festival, das mit seiner Arbeit in diesem Feld agiert und Bereiche zusammenf\u00fchrt, die sich so vielleicht nie gefunden h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p>Links zu den entsprechenden Beitr\u00e4gen finden sich hier:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>STEAMhouse Specialists: Bio Boxes, Sarah King<\/strong><br><a href=\"https:\/\/app.swapcard.com\/event\/arselectronica2021\/planning\/UGxhbm5pbmdfNjQ1NTY4\">https:\/\/app.swapcard.com\/event\/arselectronica2021\/planning\/UGxhbm5pbmdfNjQ1NTY4<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Cuba Garden \/ Disconnected Experiences<\/strong><br><a href=\"https:\/\/app.swapcard.com\/event\/arselectronica2021\/planning\/UGxhbm5pbmdfNjUxOTQy\">https:\/\/app.swapcard.com\/event\/arselectronica2021\/planning\/UGxhbm5pbmdfNjUxOTQy<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Green \/ Sampling Color<\/strong><br><a href=\"https:\/\/app.swapcard.com\/event\/arselectronica2021\/planning\/UGxhbm5pbmdfNjQzNTMz\">https:\/\/app.swapcard.com\/event\/arselectronica2021\/planning\/UGxhbm5pbmdfNjQzNTMz<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im nachfolgenden Essay sollen drei Beitr\u00e4ge des Ars Electronica Festivals 2021 kurz behandelt und ihre Relevanz in Bezug auf die Arbeit als Designer\u00efnnen untersucht werden. Die drei Beitr\u00e4ge waren als Video-On-Demand auf der Website des Festivals zum Abruf verf\u00fcgbar, und bieten drei ganz unterschiedliche Themen und Zug\u00e4nge. Jeder Abschnitt beginnt mit einem Abriss \u00fcber den<\/p>\n<footer class=\"entry-footer index-entry\">\n<div class=\"post-social pull-left\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fdesres20.netornot.at%2F%3Fp%3D7075\" target=\"_blank\" class=\"social-icons\"><i class=\"fa fa-facebook\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><a href=\"https:\/\/twitter.com\/home?status=http%3A%2F%2Fdesres20.netornot.at%2F%3Fp%3D7075\" target=\"_blank\" class=\"social-icons\"><i class=\"fa fa-twitter\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/shareArticle?mini=true&#038;url=http%3A%2F%2Fdesres20.netornot.at%2F%3Fp%3D7075&#038;title=Ars+Electronica+Festival+2021\" target=\"_blank\" class=\"social-icons\"><i class=\"fa fa-linkedin\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><\/div>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=7075\" class=\"more-link\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">\u2192<\/span><\/a><\/p>\n<\/footer>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7075"}],"collection":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7075"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7075\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7076,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7075\/revisions\/7076"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7075"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7075"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7075"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}