{"id":7024,"date":"2021-07-27T18:56:41","date_gmt":"2021-07-27T18:56:41","guid":{"rendered":"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=7024"},"modified":"2021-07-27T19:07:20","modified_gmt":"2021-07-27T19:07:20","slug":"wie-wir-lernen-auszug-aus-psychologie-padagogik-und-neurowissenschaft-1-3","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=7024","title":{"rendered":"Wie wir lernen &#8211; Auszug aus Psychologie, P\u00e4dagogik und Neurowissenschaft 1\/3"},"content":{"rendered":"\n<p>Um Inhalte zu gestalten, die Information lehren oder eine Botschaft vermitteln sollen, m\u00fcssen wir verstehen, wie der Mensch sich neues Wisseneurn aneignet. Um beispielsweise das Langzeitged\u00e4chtnis anzusprechen, m\u00fcssen gewisse Gegebenheiten vorhanden sein. Im Interview mit meiner Freundin Ashley Huffer, die derzeit ihren Master in Psychologie in Freiburg absolviert, konnte ich ein wenig in das Thema einfinden und es mit eigener Recherche erweitern.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Psychologie muss zwischen Lernen und Ged\u00e4chtnis unterschieden werden. Zwar h\u00e4ngen die beiden Dinge stark miteinander zusammen, m\u00fcssen jedoch getrennt betrachtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Lernen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Definition vom Lernen, ist eine relativ dauerhafte Verhaltens\u00e4nderung, die auf Erfahrung zur\u00fcckgeht [1]. W\u00e4hrend das Ged\u00e4chtnis in drei Hauptprozesse untergliedert wird, worauf ich sp\u00e4ter weiter eingehen werde. Man unterscheidet beim Lernen zwischen dem assoziativen Lernen, wozu die klassische Konditionierung und die operante Konditionierung geh\u00f6rt, sowie zwischen dem Beobachtungslernen. Generell wird beim Assoziativen Lernen entweder ein Reiz (klassische Konditionierung) oder eine Reaktion mit den Folgen (operante Konditionierung) assoziiert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klassische Konditionierung<\/strong><br>Hier werden zwei Stimulus miteinander verkn\u00fcpft. &nbsp;Man spricht dabei auch von einer Reiz-Reiz-Assoziation. Ein Beispiel w\u00e4re einen Hund darauf zu konditionieren, dass nach einem Glockenklingen, der Hund sein Essen bekommt. Anfangs wird das Glockenl\u00e4uten vor dem Essen keinerlei Bedeutung f\u00fcr den Hund haben. Nach einer Weile sind Verhaltens \u00c4nderungen zu finden, da der Hund lernt, die Glocke mit dem Essen zu assoziieren. Somit wird ein Stimulus, n\u00e4mlich ein Ton mit dem Stimulus vom Essen miteinander verkn\u00fcpft [2]. Ein pers\u00f6nliches Beispiel w\u00e4re, dass ich beim Lesen unglaublich oft einschlafe. Da ich \u00fcber viele Jahre meistens nur am Abend lese, habe ich mich selbst darauf konditioniert, vom Lesen m\u00fcde zu werden. Das ist nicht immer praktisch. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.pinimg.com\/564x\/fe\/dd\/62\/fedd62488c1fb7e16ea1c3546847892c.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption>Abb. 1 | M\u00f6gliches Beispiel zur klassischen Konditionierung f\u00fcr interaktive Anwendungen: Vibration zur Fehlermeldung oder Best\u00e4tigung einer Aktion<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die klassische Konditionierung kann f\u00fcr interaktive Anwendungen oder in der Informationsgestaltung verschieden angewendet werden. Beispielsweise w\u00e4re bereits das Vibrieren eines Ger\u00e4tes in Verbindung mit einer Aktion (beispielsweise ein Error) ist meiner Meinung nach in interaktiven Anwendungen oder Informationsgestaltung eher schwierig anzuwenden, da diese \u201etrainiert\u201c werden muss. Denkbar w\u00e4re eine Umsetzung in einem Serios Game oder einer Anwendung, die \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum bedient werden kann. Ein typisches Beispiel aus dem Design-Bereich w\u00e4re jedoch die Gestaltung von Werbung. Hier werden oftmals neutrale Objekte, wie beispielsweise ein Parf\u00fcm mit gewissen Eigenschaften verkn\u00fcpft. Ein Parf\u00fcm, das f\u00fcr den Nutzer keinerlei Bedeutung hat, kann durch Werbung mit Eigenschaften wie Erotik, Gl\u00fcck, Zufriedenheit und Wohlbefinden verkn\u00fcpft werden. Die Bedeutung von kontextueller Information \u00fcbertragen sich in Werbungen auf das urspr\u00fcnglich neutrale Produkt.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Operante Konditionierung<br><\/strong>Bei der operanten Konditionierung wird eine Reaktion mit einem Stimulus verkn\u00fcpft. Es wird erlernt, dass eine Verhaltensweise eine bestimmte Konsequenz mit sich zieht. Dies bezieht sich auf negative Konsequenzen, wie eine Strafe, jedoch auch f\u00fcr positive Ereignisse. Wenn mein Verhalten in einer gewissen Situation eine positive Konsequenz erm\u00f6glicht, dann werde ich in der gleichen Situation auch wieder das gleiche Verhalten aufweisen. Eine Verhaltensweise kann also durch Belohnung verst\u00e4rkt werden und durch Bestrafung abgeschw\u00e4cht werden [2].<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.pinimg.com\/564x\/80\/bf\/31\/80bf310163f33aef33002e818f0edfce.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption>Abb. 2 | Ein oft genutztes Beispiel zur operanten Konditionierung im Ausstellungsraum w\u00e4re die Gamification von erlernbaren Informationen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Modell der operanten Konditionierung findet sich in den Grunds\u00e4tzen der Gamification wieder. Hier werden bestimmte Ereignisse belohnt oder bestraft, um ein gewisses Ziel zu erreichen. Im Bereich der Wissensvermittlung kann dies gut umgesetzt werden, indem man den Nutzer beispielsweise bei einem Quiz Punkte f\u00fcr richtige Antworten gibt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color\"><strong>Quellen<\/strong><br>[1] Springer Lehrbuch Psychologie: Wie lernen wir?<br><a href=\"https:\/\/lehrbuch-psychologie.springer.com\/content\/myers-kapitel-8-lernen\">https:\/\/lehrbuch-psychologie.springer.com\/content\/myers-kapitel-8-lernen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color\">[2] Springer Lehrbuch Psychologie: Assoziatives Lernen<br><a href=\"https:\/\/lehrbuch-psychologie.springer.com\/sites\/default\/files\/atoms\/files\/leseprobe_lernen_motivation.pdf\">https:\/\/lehrbuch-psychologie.springer.com\/sites\/default\/files\/atoms\/files\/leseprobe_lernen_motivation.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color\">Abb.1 | https:\/\/retaildesignblog.net\/2015\/10\/18\/hanergy-clean-energy-exhibition-center-by-triad-china-beijing-china\/<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-cyan-bluish-gray-color has-text-color\">Abb. 2 | https:\/\/www.behance.net\/gallery\/17501743\/Istanbul-O-Matik<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um Inhalte zu gestalten, die Information lehren oder eine Botschaft vermitteln sollen, m\u00fcssen wir verstehen, wie der Mensch sich neues Wisseneurn aneignet. Um beispielsweise das Langzeitged\u00e4chtnis anzusprechen, m\u00fcssen gewisse Gegebenheiten vorhanden sein. Im Interview mit meiner Freundin Ashley Huffer, die derzeit ihren Master in Psychologie in Freiburg absolviert, konnte ich ein wenig in das Thema<\/p>\n<footer class=\"entry-footer index-entry\">\n<div class=\"post-social pull-left\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fdesres20.netornot.at%2F%3Fp%3D7024\" target=\"_blank\" class=\"social-icons\"><i class=\"fa fa-facebook\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><a href=\"https:\/\/twitter.com\/home?status=http%3A%2F%2Fdesres20.netornot.at%2F%3Fp%3D7024\" target=\"_blank\" class=\"social-icons\"><i class=\"fa fa-twitter\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/shareArticle?mini=true&#038;url=http%3A%2F%2Fdesres20.netornot.at%2F%3Fp%3D7024&#038;title=Wie+wir+lernen+%26%238211%3B+Auszug+aus+Psychologie%2C+P%C3%A4dagogik+und+Neurowissenschaft+1%2F3\" target=\"_blank\" class=\"social-icons\"><i class=\"fa fa-linkedin\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><\/div>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=7024\" class=\"more-link\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">\u2192<\/span><\/a><\/p>\n<\/footer>\n","protected":false},"author":47,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3],"tags":[117,258,435,200],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7024"}],"collection":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/47"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7024"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7024\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7028,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7024\/revisions\/7028"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7024"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7024"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7024"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}