{"id":6200,"date":"2021-06-13T12:58:58","date_gmt":"2021-06-13T12:58:58","guid":{"rendered":"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=6200"},"modified":"2021-06-30T07:37:36","modified_gmt":"2021-06-30T07:37:36","slug":"informationstheorie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=6200","title":{"rendered":"Informationstheorie"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Gestaltpsychologie ging zu Beginn des 20. Jahrhunderts von den Erkenntnissen der Wissenschaften Ende des 19. Jahrhunderts aus. In den darauffolgenden Jahren gab es immer mehr Einw\u00e4nde gegen diese Erkenntnisse, da sie zu sehr an subjektive Empfindungen gekn\u00fcpft und nur schwer messbar waren. Die amerikanischen Mathematiker R. A. Fisher, C. E. Shannon und N. Wiener versuchten diese M\u00e4ngel mit Hilfe ihrer in der Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelten Informationstheorie zu beheben. Die damalige Entwicklung von elektronischen Nachrichtenmedien und die Verbreitung von datenerfassenden und -verarbeitenden Rechenanlagen verlangte nach einer theoretischen Grundlage. In dieser Informationstheorie gibt es einen Sender der eine Nachricht in Wort und\/oder Bild an einen Empf\u00e4nger sendet. Die Nachrichten bestehen aus Zeichen die sowohl vom Sender als auch vom Empf\u00e4nger gekannt und erkannt werden k\u00f6nnen.&nbsp;<br>Wichtig ist dabei zu erkennen, dass sich der Gehalt, die Substanz einer Nachricht aus der Beziehung von Unvorhergesehenem &#8211; Neuen &#8211; zu bereits Bekanntem und \u00dcberfl\u00fcssigem (der sogenannten Redundanz) ergibt.<br>Die optimale Nachricht besteht aus einem geringen \u00dcbergewicht an Neuem, das das Interesse und die Aufmerksamkeit weckt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>An diesem Punkt \u00fcberlappen sich die Gestalt- und die Informationstheorie. Die Verbindung zwischen beiden Lehren stellte der Psychologe und Soziologe Abraham Moles her. Er hat die Informationstheorie, die zun\u00e4chst unter einem physikalisch-mathematischen Aspekt entwickelt und haupts\u00e4chlich auf materielle Systeme angewendet wurde, auf menschliche Empfindungen, sprich auf die Probleme der Wahrnehmung, angewendet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der unvorhersehbare, schwer zu verstehende Teil einer Nachricht, der Originalit\u00e4ts- oder Neuigkeitsgehalt, ist nach den Gestaltgesetzen mengenm\u00e4\u00dfig nicht zu erfassen. In der Informationstheorie ist dieser Gehalt allerdings in \u201ebit\u201c, der Ma\u00dfeinheit f\u00fcr die kleinste Informationsmenge, me\u00dfbar. Ein Mensch hat eine Aufnahmekapazit\u00e4t von ungef\u00e4hr 16 bit pro Sekunde. Es ist f\u00fcr die Gestaltung eines Bildes jedoch nicht notwendig einen Zahlenwert f\u00fcr seinen Neuigkeitsgehalt zu nennen. Wichtig ist nur zu erkennen, dass der Neuigkeitswert ein ma\u00dfgeblicher Faktor in der Bildentwicklung ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bedeutung der Gestalt- und Informationstheorie f\u00fcr die Bildgestaltung<\/strong><br>Die Gestalttheorie lehrt uns, dass unser Wahrnehmungssystem stets bem\u00fcht ist, durch Ordnen und Zusammenfassen das Erkennen und Verstehen unserer Umwelt zu vereinfachen, damit wir uns leichter darin zurechtfinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Informationstheorie lehrt uns; gegens\u00e4tzliche Bestandteile einer Information, wie Neues und Bekanntes, so aufeinander abzustimmen, dass sich sowohl eine verst\u00e4ndliche als auch eine interessante Nachricht ergibt. W\u00e4hrend die Gestalttheorie eine formal\u00e4sthetische Beurteilung von Bildern erm\u00f6glicht, dient die Informationstheorie einer Beurteilung des Neuigkeitsgehaltes. Einen unbedingten Ma\u00dfstab daf\u00fcr gibt es jedoch nicht; denn was dem einen neu ist, mag dem anderen schon seit langem bekannt sein. Die Originalit\u00e4t h\u00e4ngt wesentlich vom Wissens- und Erfahrungsschatz des Betrachters ab. (Weber 1990)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"495\" src=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/infotheorie-1024x495.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-6201\" srcset=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/infotheorie-1024x495.png 1024w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/infotheorie-300x145.png 300w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/infotheorie-768x372.png 768w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/infotheorie-1536x743.png 1536w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/infotheorie-2048x991.png 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Eine Bildnachricht kann kein absolutes Abbild der Wirklichkeit sein, denn zwischen Sender und Kanal &#8211; Objekt, Fotograf und Foto &#8211; besteht eine Wechselbeziehung, in der die Subjektivit\u00e4t des Fotografen, wie er die Dinge sieht, zum Ausdruck kommt. Dem Empf\u00e4nger &#8211; Betrachter &#8211; bleibt es \u00fcberlassen, wiederum subjektiv, das Ma\u00df an \u00dcbereinstimmung zwischen Realit\u00e4t und Abbildung auszuloten und das Bild zu bewerten.<br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Quelle:<br><strong>Weber 1990<\/strong> Ernst A.Weber: Sehen, Gestalten und Fotografieren. Basen; Boston; Berlin: Birkh\u00e4user, 1990<br>Bilder:<br><strong>Weber 1990<\/strong>, Seite 28<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gestaltpsychologie ging zu Beginn des 20. Jahrhunderts von den Erkenntnissen der Wissenschaften Ende des 19. Jahrhunderts aus. In den darauffolgenden Jahren gab es immer mehr Einw\u00e4nde gegen diese Erkenntnisse, da sie zu sehr an subjektive Empfindungen gekn\u00fcpft und nur schwer messbar waren. Die amerikanischen Mathematiker R. A. Fisher, C. E. Shannon und N. Wiener<\/p>\n<footer class=\"entry-footer index-entry\">\n<div class=\"post-social pull-left\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fdesres20.netornot.at%2F%3Fp%3D6200\" target=\"_blank\" class=\"social-icons\"><i class=\"fa fa-facebook\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><a href=\"https:\/\/twitter.com\/home?status=http%3A%2F%2Fdesres20.netornot.at%2F%3Fp%3D6200\" target=\"_blank\" class=\"social-icons\"><i class=\"fa fa-twitter\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/shareArticle?mini=true&#038;url=http%3A%2F%2Fdesres20.netornot.at%2F%3Fp%3D6200&#038;title=Informationstheorie\" target=\"_blank\" class=\"social-icons\"><i class=\"fa fa-linkedin\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><\/div>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=6200\" class=\"more-link\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">\u2192<\/span><\/a><\/p>\n<\/footer>\n","protected":false},"author":31,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6200"}],"collection":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/31"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6200"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6200\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6671,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6200\/revisions\/6671"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6200"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6200"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6200"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}