{"id":4493,"date":"2021-04-03T15:45:17","date_gmt":"2021-04-03T15:45:17","guid":{"rendered":"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=4493"},"modified":"2021-04-03T15:45:17","modified_gmt":"2021-04-03T15:45:17","slug":"stellenwert-des-pcs-beim-musikalischen-schaffen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=4493","title":{"rendered":"Stellenwert des PCs beim musikalischen Schaffen"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Einbindung von digitalen Recording-Programmen oder die Arbeit mit Digital Audio Workstation\u2019s (DAW) ist in dem musikalischen Schaffensprozess von K\u00fcnstlern in diesem Gebiet ein zentraler Faktor. Sie l\u00e4sst laut Grimmer (1991, S. 129f.) eine Identifikation mit dem selbst geschaffenen Material stattfinden und verleiht der Musik \u201eSelbstausdruck\u201c. Menzel (2005) erforschte daf\u00fcr 22 PC-Musiker \u00fcber l\u00e4ngere Zeit, um deren Arbeitsweise zu erforschen. Die K\u00fcnstler k\u00f6nnen sich seiner Meinung nach, trotz Fehler und Qualit\u00e4tsm\u00e4ngel, mit ihrer Musik identifizieren und an dieser Qualit\u00e4tsmerkmale feststellen. Trotz eventuell mangelnder Qualit\u00e4tsstandards (vergleichend mit dem Industriestandart und der professionellen Arbeiten zum Vergleich), die auch vom K\u00fcnstler erkannt werden, kann sich positiv dazu eingestellt werden (Menzel, 2005, S. 155). Vor allem die dabei entstehenden Lernprozesse mit der Arbeit am Computer k\u00f6nnen als bedeutsam erlebt werden, da sie Bestandteil zuk\u00fcnftiger musikalischer Entwicklung sind (Menzel, 2005, S. 154).<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer Betrachtung des Zusammenhangs zwischen professionellem, teurem Equipment und dem Schaffensprozess beim Musikmachen, wurde bei Menzels Untersuchungen kein Unterschied erkennbar. Sowohl teure als auch billige Software lie\u00dfen keine unterschiedlichen Bewertungen zu. Eine gr\u00f6\u00dfere Erschwernis seien in diesem Fall die technischen Probleme auf die die Musiker treffen. Vielmehr ging es seinen Teilnehmern um die Bereitschaft, sich mit technischen Details zu besch\u00e4ftigen, um die Probleme zu \u00fcberwinden (Menzel, 2005). Jedoch kann die Arbeit am Computer mit aufwendigen Programmen den \u201eKreativit\u00e4tsflow\u201c auch bremsen. Sind nach Menzel (2005) die Programme zu kompliziert, und dauert das L\u00f6sen der Probleme zu lange, tritt auch der kreative Schaffensprozess neuer Musik in den Hintergrund. Daher versuchen viele Produzenten ihr Equipment so \u201eeinfach\u201c wie m\u00f6glich zu gestalten, um die musikalischen Ideen m\u00f6glichst schnell in eine Struktur zu bekommen. Denn Probleme bei dem Umgang der Technik wirken sich dann eher demotivierend aus (Menzel, 2005, S.159).<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Schaffensprozess am PC gibt es nach Menzel (2005) au\u00dferdem sehr unterschiedliche Motivationen bei verschiedenen Personen. Diese k\u00f6nnen entweder durch die Selbstverwirklichung und \u00f6ffentliche Pr\u00e4sentation von Musik angeregt werden, aber auch durch das Auseinandersetzen mit komplizierten Programmen. Dies trifft auch auf die Musikproduktion f\u00fcr den Eigengebrauch zu. Es kann als Hilfe und Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Arbeit mit analogen Instrumenten, sowie zum Modifizieren von schon vorhandenen MIDI- Sequenzen (Musical Interface Digital Interface) genutzt werden und dient deshalb jedem Produzenten ein wenig anders, seine Kreativit\u00e4t in die Tat umzusetzen (Menzel, 2005). Manche Programme k\u00f6nnen jedoch f\u00fcr einen gewissen Zeitraum, vor allem bezogen auf den letzten Punkt, das Potential vorweisen, eine gewisse Art von Kreativit\u00e4t vorzut\u00e4uschen (Menzel, 2005, S. 163). Davon, dass die Technik durch voreingestellte Sequenzen und Programme nun jeden zum \u201eKreativen Genie\u201c macht, ist nach Menzel\u2018s (2005) Ansicht abzusehen. Neben Personen, die eine bestimmte Vorstellung haben, wie das St\u00fcck zu klingen hat, ist es aber auch die Technik, die Ideen verwirklicht (Menzel, 2005, S. 163).<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eDie Personen k\u00f6nnen f\u00fcr die Komposition, das Arrangement, die Interpretation, die Tontechnik oder die Produktion verantwortlich sein, aber die Letztverantwortung f\u00fcr die Beschaffenheit des endg\u00fcltigen Produkts verlagerte sich mit fortschreitender Verbesserung der Aufnahmetechnik immer mehr in die Richtung der Produktion, also der \u00dcberwachung und Gestaltung des gesamten Aufnahmeprozesses.\u201c <\/em> &#8211; (Alfred Smudits; in: von Appen, 2003, S. 67)<\/p>\n\n\n\n<p>Somit muss der Ton selbst nicht mehr erzeugt werden, sondern die Vergleichbarkeit von Sounds und deren Arrangement wird zu einem gr\u00f6\u00dfer werdenden Bestandteil des musikalischen Schaffens (Menzel, 2005, S. 152ff.).<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quellen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Grimmer, F. (1991). Wege und Umwege zur Musik: Klavierausbildung und Lebensgeschichte. Kassel [u.a.]: B\u00e4renreiter. S. 129f<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Menzel, K. H. (2005). PC-Musiker: Der Einsatz computergest\u00fctzter Recording-Systeme im Amateursektor. Osnabr\u00fcck: Electronic Publ.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Smudits, A. (2003). A Journey into Sound. Zur Geschichte der Musikproduktion, der Produzenten und der Sounds. In: von Appen, R. (2003). Pop sounds: Klangtexturen in der Pop- und Rockmusik ; basics &#8211; stories &#8211; tracks. Bielefeld: Transcript-Verl<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Einbindung von digitalen Recording-Programmen oder die Arbeit mit Digital Audio Workstation\u2019s (DAW) ist in dem musikalischen Schaffensprozess von K\u00fcnstlern in diesem Gebiet ein zentraler Faktor. Sie l\u00e4sst laut Grimmer (1991, S. 129f.) eine Identifikation mit dem selbst geschaffenen Material stattfinden und verleiht der Musik \u201eSelbstausdruck\u201c. 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