{"id":1579,"date":"2021-01-02T12:38:34","date_gmt":"2021-01-02T12:38:34","guid":{"rendered":"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=1579"},"modified":"2021-01-02T12:38:34","modified_gmt":"2021-01-02T12:38:34","slug":"ein-vorschlag-zur-theoretischen-dimensionierung-der-erfassung-von-bildinhalten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=1579","title":{"rendered":"Ein Vorschlag zur theoretischen Dimensionierung der Erfassung von Bildinhalten"},"content":{"rendered":"\n<p>Es stellt sich die Frage, wie kann ein Bild unter Ber\u00fccksichtigung der besonderen Logik Visueller Kommunikation inhaltsanalytisch erfasst werden? Folgender Beitrag aus der Reihe \u201eMethodeninnovationen in der Kommunikationswissenschaft\u201c soll Antworten liefern:\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Visuelle Inhaltsanalyse (nomos-elibrary) Ein Vorschlag zur theoretischen Dimensionierung der Erfassung von Bildinhalten Stephanie Geise \/ Patrick R\u00f6ssler<\/p>\n\n\n\n<p>Abstract: Der steigenden Bedeutung visueller Kommunikation steht ein bislang noch unbefriedigendes analytisches Instrumentarium zur Erfassung von Bildern gegen\u00fcber. Vor diesem Hintergrund diskutiert der Beitrag theoriegeleitet die Bedingungen, M\u00f6glichkeiten und Grenzen einer Methode der standardisierten visuellen Inhaltsanalyse. Im Fokus steht die Entwicklung eines Untersuchungsrasters, das f\u00fcr kommunikationswissenschaftliche Bildanalysen unterschiedlichen Durchdringungsgrades nutzbar ist. Ziel dieser theoretischen Reflexion ist es, einen konzeptionellen Rahmen aufzuspannen, innerhalb dessen sich die spezifischen Anwendungen der visuellen Inhaltsanalyse verorten lassen. Ausgehend von einer Diskussion des bisherigen Methodenstands zur standardisierten Bildinhaltsanalyse wird ein Modell zur theoretischen Dimensionierung von Bildinhalten entwickelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie analysiert man den Inhalt von Bildern?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bedeutung der visuellen Kommunikation nimmt mit der Nutzung der digitalen Medien immer mehr zu. Der Anteil der Bilder in der Medienberichterstattung w\u00e4chst von Tag zu Tag. Es stellt sich die Frage: Wie k\u00f6nnen diese visuellen Medieninhalte erfasst und analysiert werden? Die Schwierigkeit liegt in der Festlegung einer sinnvollen Messbarkeit von Bildkommunikation. Bei den g\u00e4ngigen Inhaltsanalyseverfahren wird meist der Fokus auf den Textinhalt gelegt und inhaltsanalytische Untersuchungen von Bildern nur selten durchgef\u00fchrt. Meist werden dabei nur formale Elemente beschrieben ohne den tats\u00e4chlichen Inhalt des Bildes und sein visuelle Darstellung zu ber\u00fccksichtigen. In der Praxis werden Bilder methodisch und inhaltlich bevorzugt auf Basis einer textlichen Analyselogik untersucht, aber inwieweit l\u00e4sst sich diese Logik auf Bildkommunikation \u00fcbertragen? Im folgenden Beitrag soll eine Methode der visuellen Inhaltsanalyse nahe gebracht werden. Dabei wird auf die M\u00f6glichkeiten und Grenzen einer solchen Methode eingegangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine indirekte M\u00f6glichkeit der Erfassung des Bildinhalts erfolgt \u00fcber die thematische Kategorisierung. Dabei wird das kommunizierte Bild mit dem textlich thematischen Inhalt verglichen. Problematisch ist dabei, dass eine klare Zuordnung eines Bildmotivs zu einem Bildthema in vielen F\u00e4llen nicht eindeutig m\u00f6glich ist und damit vom jeweiligen textlichen Kontext und der Interpretation des Rezipienten abh\u00e4ngt. Es gibt noch andere M\u00f6glichkeiten, auf die hier nicht n\u00e4her eingegangen wird. Grunds\u00e4tzlich ist zu sagen, dass in den letzten Jahren Studien zu diesem Thema zugenommen haben, diese aber noch eine zu geringe Analysetiefe aufweisen. Bei vielen Bildinhaltsanalysen liegt der Fokus auf formalen Merkmalen der Bilder. Bilder werden nicht ganzheitlich, sondern auf der Ebene der inhaltlichen Merkmale \u00fcber grobe Kategorien erfasst. Damit konzentrieren sich die wenigsten quantitativen inhaltsanalytischen Studien auf das Bildmotiv selbst. Das Problem ist,\u00a0dass es noch zu wenig methodische Standardisierungen von quantitativen Bildinhaltsanalyseverfahren gibt,\u00a0dass die Kategorisierung nur bedingt dazu geeignet ist, das Bild in seiner Komplexit\u00e4t intersubjektiv zu erfassen,\u00a0dass die Besonderheiten der Visuellen Kommunikation vernachl\u00e4ssigt werden, dass sie eine unzureichende methodisch-theoretische Fundierung aufweisen und dadurch h\u00e4ufig mit einer geringen Analysetiefe einhergehen, dass sich durch diese Methode problematische Inferenzschl\u00fcsse in der Kategorisierung, Erfassung und Analyse ergeben.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Stephanie Geise und Patrick R\u00f6ssler (M\u00fcller, Geise 2015) schlagen ein \u201eModell zur theoretischen Dimensionierung der Bildebene\u201c vor, dabei wird das Bild unter Ber\u00fccksichtigung der besonderen Logik Visueller Kommunikation inhaltsanalytisch erfasst. Dieses Modell empfiehlt eine analytische Differenzierung der verschiedenen Inhaltsebenen eines Bildes in drei Strukturebenen. Eine Ebene beschreibt die Oberfl\u00e4chenstruktur, eine weitere die Binnenstruktur und letztere die Tiefenstruktur. Es ergeben sich f\u00fcr jede Strukturebene spezifische theoretische Dimensionen zur Erfassung der Bildinhalte.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"is-layout-flex wp-block-gallery-1 wp-block-gallery columns-1 is-cropped\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"755\" src=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Bildschirmfoto-2020-12-29-um-15.48.34-1024x755.png\" alt=\"\" data-id=\"1582\" data-full-url=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Bildschirmfoto-2020-12-29-um-15.48.34.png\" data-link=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/?attachment_id=1582\" class=\"wp-image-1582\" srcset=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Bildschirmfoto-2020-12-29-um-15.48.34-1024x755.png 1024w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Bildschirmfoto-2020-12-29-um-15.48.34-300x221.png 300w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Bildschirmfoto-2020-12-29-um-15.48.34-768x567.png 768w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Bildschirmfoto-2020-12-29-um-15.48.34.png 1174w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p>Abb. 1&nbsp; Dimensionierung der Bildebenen (nomos-elibrary)<\/p>\n\n\n\n<p>Was bedeutet manifest, quasi-manifest und latent? (M\u00fcller, Geise 2015)<\/p>\n\n\n\n<p>In Anlehnung an inhaltsanalytische Auslegungen gilt ein visueller Inhalt als manifest, wenn sein Bedeutungspotenzial von verschiedenen RezipientInnen bzw. KodiererInnen intersubjektiv einheitlich erfasst und verstanden werden kann. Als quasi-manifest werden materielle Inhalte bezeichnet, deren Bedeutungspotenzial kulturell konventionalisiert und damit im Rahmen einer visuellen Sozialisation prinzipiell sozial tradiert sind. Mit der Zwischeneben quasi-manifest soll eine inhaltsanalytische Erfassung von Bildern, die mehrdeutige Kommunikationsformen darstellen auch analytisch-begrifflich abgebildet werden k\u00f6nnen. Wenn ein Bedeutungspotenzial mehrdeutig ist, gilt der Inhalt als latent. Das bedeutet RezipientInnen bzw. KodiererInnen nutzen hier einen gr\u00f6\u00dferen Interpretationsspielraum f\u00fcr die Bedeutungszuweisung.<\/p>\n\n\n\n<p>Quellen: nomos-elibrary nomos-elibrary.de: Visuelle Inhaltsanalyse. In: www.nomos-elibrary.de\/10.5771\/1615-634x-2012-3-341\/visuelle-inhaltsanalyse-ein-vorschlag-zur-theoretischen-dimennnsionierung-der-erfassung-von-bildinhalten-jahrgang-60-2012-heft-3, (zuletzt aufgerufen am 30.12.20)<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00fcller, Geise 2015 Marion G. M\u00fcller, Stephanie Geise: Grundlagen der visuellen Kommunikation. M\u00fcnchen: UVK 2015<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es stellt sich die Frage, wie kann ein Bild unter Ber\u00fccksichtigung der besonderen Logik Visueller Kommunikation inhaltsanalytisch erfasst werden? Folgender Beitrag aus der Reihe \u201eMethodeninnovationen in der Kommunikationswissenschaft\u201c soll Antworten liefern:\u00a0 Visuelle Inhaltsanalyse (nomos-elibrary) Ein Vorschlag zur theoretischen Dimensionierung der Erfassung von Bildinhalten Stephanie Geise \/ Patrick R\u00f6ssler Abstract: Der steigenden Bedeutung visueller Kommunikation steht<\/p>\n<footer class=\"entry-footer index-entry\">\n<div class=\"post-social pull-left\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fdesres20.netornot.at%2F%3Fp%3D1579\" target=\"_blank\" class=\"social-icons\"><i class=\"fa fa-facebook\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><a href=\"https:\/\/twitter.com\/home?status=http%3A%2F%2Fdesres20.netornot.at%2F%3Fp%3D1579\" target=\"_blank\" class=\"social-icons\"><i class=\"fa fa-twitter\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/shareArticle?mini=true&#038;url=http%3A%2F%2Fdesres20.netornot.at%2F%3Fp%3D1579&#038;title=Ein+Vorschlag+zur+theoretischen+Dimensionierung+der+Erfassung+von+Bildinhalten\" target=\"_blank\" class=\"social-icons\"><i class=\"fa fa-linkedin\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><\/div>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=1579\" class=\"more-link\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">\u2192<\/span><\/a><\/p>\n<\/footer>\n","protected":false},"author":31,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1579"}],"collection":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/31"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1579"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1579\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1583,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1579\/revisions\/1583"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1579"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1579"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1579"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}