{"id":1382,"date":"2020-12-18T08:11:56","date_gmt":"2020-12-18T08:11:56","guid":{"rendered":"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=1382"},"modified":"2020-12-18T08:12:41","modified_gmt":"2020-12-18T08:12:41","slug":"die-die-funktion-illegaler-drogen-im-filmillegaler-drogen-im-film","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=1382","title":{"rendered":"Die Funktion illegaler Drogen im Film"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Blogpost <a href=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=842\">\u201eDie Verwendung von Traumsequenzen in narrativen Filmen\u201c <\/a>wurde bereits auf die Rolle von Tr\u00e4umen eingegangen. Dieser Blogpost soll daran ankn\u00fcpfen und die Rolle von Drogen und Drogentrips im Film behandeln. Wie man aus dem Blogpost <a href=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=507\">\u201eRauschzust\u00e4nde im Film. Der Sprung vom Experimentalfilm zum Spielfilm ins Mainstreamkino\u201c<\/a> schon herauslesen konnte, schienen Drogen schon sehr fr\u00fch in der Filmgeschichte auf und \u00fcbernahmen zu unterschiedlichen Zeiten und gesellschaftlichen Entwicklungen auch unterschiedliche Rollen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Akt der Zerst\u00f6rung und Isolation<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sehr h\u00e4ufig besteht die Funktion von Drogen im Film darin, einen Akt der Zerst\u00f6rung und Isolation zu Symbolisieren. Beispiele daf\u00fcr w\u00e4ren der Abstieg und die Rettung des Junkies Jim Carroll in \u201eJim Carroll \u2013 In den Stra\u00dfen von New York\u201c (1995),&nbsp; der Selbstzerst\u00f6rungswahn in \u201eFear and Loathing in Las Vegas\u201c (1998) oder der Drogenkonsum in dem Film \u201eWalk the Line\u201c (2005) der den biografischen Hintergrund des Musikers Jonny Cash aufzeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Opfer von Drogen und Gesellschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Hauptcharakter in \u201eJim Carroll \u2013 In den Stra\u00dfen von New York\u201c (1995) befindet sich nicht nur in einem Akt der Zerst\u00f6rung, sondern nimmt auch eine Opferrolle ein. In dem Film \u201eRequiem for a dream\u201c (2000) wird Drogenkonsum ebenfalls als \u201ezerst\u00f6rerischer Albtraum ohne Hoffnung\u201c dargestellt<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> und der Film \u201eDealer\u201c (1998) thematisiert mithilfe einer Charakterstudie eines Dealers die Hilflosigkeit von S\u00fcchtigen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Droge als einziger Ausweg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In den Filmen \u201eJim Carroll \u2013 In den Stra\u00dfen von New York\u201c (1995) und \u201eWalk the Line\u201c (2005) werden Drogen als Ausweg aus Sinneskrisen oder pers\u00f6nlichen Krisen genutzt, w\u00e4hrend sie in \u201eClockers\u201c (1995) den letzten Ausweg zur Existenzsicherung darstellen und in dem Film \u201eKnallhart\u201c (2005) die Drogenmafia als letzte L\u00f6sung auf eine Chance auf Sicherheit und Schutz vor Bedrohung und Gewalt gesehen wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Flucht vor der Realit\u00e4t<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Funktion als Fluchtm\u00f6glichkeit um der Realit\u00e4t oder seinem Alltag zu entkommen, wird, wie in den Filmen \u201eCandy\u201c (2005), \u201eWasted!\u201c (1996) und \u201eHuman Traffic\u201c (1999) zu sehen ist, gerne eingenommen. Im Film \u201eTrainspotting\u201c (1995) wird eine bewusste Entscheidung Drogen zu nehmen getroffen, um der normalen konsumorientierten Welt zu entkommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bewusste Entscheidung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie gerade erw\u00e4hnt wurde ist der Film \u201eTrainspotting\u201c (1995) ein gutes Beispiel f\u00fcr die bewusste Entscheidung zum Drogenkonsum. Doch auch f\u00fcr den Konsum von Marihuana wird oft eine bewusste Entscheidung getroffen, da Marihuana in den Filmen \u201eGrasgefl\u00fcster\u201c (2000) und \u201eLammbock \u2013 Alles in Handarbeit\u201c (2001) auch die Rolle als Genussmittel einnimmt. Der Film \u201eGroove 130bpm\u201c (2000) stellt Drogen ebenfalls als Genussmittel dar, wenn es kontrolliert eingenommen wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Verst\u00e4rkung der Sinne<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Film \u201eCandy\u201c (2005) ist ein gutes Beispiel f\u00fcr die Funktion von Drogen als Sinnesverst\u00e4rkung. Der Film behandelt die Verst\u00e4rkung der Euphorie und die Intensivierung der Liebe durch Drogenkonsum.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Drogen als Ersatz und Kompensation<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In \u201eTraffic \u2013 Die Macht des Kartells\u201c (2000) werden Drogen konsumiert um Liebe und Anerkennung zu ersetzen und im Film \u201eClubbed to death\u201c nimmt der Drogenkonsum die Rolle als Ersatz und Ausdruck unerf\u00fcllter Sehnsucht ein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Als Chance<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Film \u201eMaria voll der Gnade\u201c (2004) handelt vom Schicksal von kolumbianischen Drogenkurieren und stellen den Drogenhandel als Chance, eine bessere Zukunft aufbauen zu k\u00f6nnen, dar. Auch der Film \u201eBlow\u201c (2001) handelt von einem Drogendealer und erm\u00f6glicht eine eher positive Sicht auf den Drogenhandel, da er auch in diesem Film genutzt wird, um der Erf\u00fcllung der Tr\u00e4ume des Protagonisten n\u00e4herzukommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie zu erkennen ist, nehmen Drogen, Drogenkonsum und -handel verschiedene Rollen in narrativen Filmen ein. W\u00e4hrend der Konsum von Marihuana und Haschisch meist als Genuss und Bet\u00e4ubung der Sinne gesehen wird, tragen Drogen wie Heroin, Crack und Kokain meist schwerwiegendere Folgen wie Selbstzerst\u00f6rung oder die Einnahme einer Opferrolle nach sich, wobei die Motive meist die Flucht vor der Realit\u00e4t oder der Drogenkonsum als letzter Ausweg sind. Drogenkonsum im partysetting wird auch sehr oft in Filmen thematisiert und wird genutzt um der Realit\u00e4t zu entkommen, unerf\u00fcllte Sehns\u00fcchte zu stillen oder einfach um in den Genuss der Sinneserweiterung zu kommen. All\u2018 diese Filme nehmen jedoch gleichzeitig auch die Funktion als Informationsquelle ein und zeigen wie eine Sucht verlaufen kann, erm\u00f6glichen die Identifikation mit den Charakteren und geben einen Einblick in ihre Motive. Manche Filme legen gr\u00f6\u00dferen Wert auf diese Informationsfunktion und manche Filme gelten eher der Unterhaltung. Je nachdem um welche Filme es sich also handelt k\u00f6nnen sie auch zu Suchtpr\u00e4vention und Aufkl\u00e4rung herangezogen werden. <a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Goette, Sabine\/ R\u00f6llecke, Renate: Illegale Drogen in popul\u00e4ren Spielfilmen. Eine kommentierte \u00dcbersicht \u00fcber&nbsp; Spielfilme zum Thema illegale Drogen ab 1995. K\u00f6ln: Bundeszentrale f\u00fcr gesundheitliche Aufkl\u00e4rung 2008, S. 23<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Goette, Sabine\/ R\u00f6llecke, Renate: Illegale Drogen in popul\u00e4ren Spielfilmen. Eine kommentierte \u00dcbersicht \u00fcber&nbsp; Spielfilme zum Thema illegale Drogen ab 1995. K\u00f6ln: Bundeszentrale f\u00fcr gesundheitliche Aufkl\u00e4rung 2008<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Blogpost \u201eDie Verwendung von Traumsequenzen in narrativen Filmen\u201c wurde bereits auf die Rolle von Tr\u00e4umen eingegangen. Dieser Blogpost soll daran ankn\u00fcpfen und die Rolle von Drogen und Drogentrips im Film behandeln. Wie man aus dem Blogpost \u201eRauschzust\u00e4nde im Film. Der Sprung vom Experimentalfilm zum Spielfilm ins Mainstreamkino\u201c schon herauslesen konnte, schienen Drogen schon sehr<\/p>\n<footer class=\"entry-footer index-entry\">\n<div class=\"post-social pull-left\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fdesres20.netornot.at%2F%3Fp%3D1382\" target=\"_blank\" class=\"social-icons\"><i class=\"fa fa-facebook\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><a href=\"https:\/\/twitter.com\/home?status=http%3A%2F%2Fdesres20.netornot.at%2F%3Fp%3D1382\" target=\"_blank\" class=\"social-icons\"><i class=\"fa fa-twitter\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/shareArticle?mini=true&#038;url=http%3A%2F%2Fdesres20.netornot.at%2F%3Fp%3D1382&#038;title=Die+Funktion+illegaler+Drogen+im+Film\" target=\"_blank\" class=\"social-icons\"><i class=\"fa fa-linkedin\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><\/div>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=1382\" class=\"more-link\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">\u2192<\/span><\/a><\/p>\n<\/footer>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1382"}],"collection":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1382"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1382\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1384,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1382\/revisions\/1384"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1382"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1382"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1382"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}