{"id":1284,"date":"2020-12-15T12:12:38","date_gmt":"2020-12-15T12:12:38","guid":{"rendered":"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=1284"},"modified":"2021-01-29T23:03:11","modified_gmt":"2021-01-29T23:03:11","slug":"gender-design","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=1284","title":{"rendered":"Gender &#038; Design"},"content":{"rendered":"\n<p>Genderaspekte haben ihren Einfluss im Designprozess. Im Produktdesign, Informations- und Kommunikationsdesign. H\u00e4ufig wird im Produktdesign auf das Geschlecht Bezug genommen und das Design darauf zugeschnitten. Daraus entstanden Stereotype, die sich bis heute durchziehen. Die Werbung spricht gezielt ein bestimmtes Geschlecht an, wenden Farben an, die typisch Frau und typisch Mann sind. Diese Produkte werden bewusst oder unbewusst weiblich oder m\u00e4nnlich inszeniert, um uns in der sozialen Funktion als Mann oder Frau anzusprechen. Das soziale Geschlecht ist mit den kulturellen Disziplinen eng verbunden. Auch wenn heute die unterschiedlichen Erwartungen an M\u00e4nner und Frauen nichtmehr so ausgepr\u00e4gt sind wie vor f\u00fcnfzigoder hundert Jahren: Gender bleibt einesder wichtigsten sozialen Ordnungsprinzipien. Als Teil eines Schichtungssystemssorgt Gender f\u00fcr eine Hierarchie zwischenM\u00e4nnern und Frauen. Gender nimmt Einfluss auf alle Lebensbereiche, vor allem aufdie Verteilung von Arbeit und G\u00fctern sowieauf die Bewertung von Leistungen. <\/p>\n\n\n\n<p>In der Vergangenheit waren Hosen ein starkes Zeichen f\u00fcr M\u00e4nnlichkeit. Heutzutage ist es kein Thema mehr, dass Frauen Hosen tragen und nicht nur Kleider. Bei Hosen wird einerseits differenziert. F\u00fcr M\u00e4nner ist es meist ein Tabu k\u00f6rperbetonende Hosen mit Accessoires zu tragen, diese werden n\u00e4mlich als weibliche Codes gelesen. Andererwseits werden m\u00e4nnlich konnotierte Hosen problemlos von Frauen getragen. <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGender beschreibt das Geschlecht als einen performativen Akt, das in den verschiedenen Disziplinen und Institutionen durch die Sprache, durch materielle sowie durch visuelle Repr\u00e4sentationen hergestellt und in einer st\u00e4ndigen Wiederholung rekonstruiert wird.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Sabine Pollak, Professorin f\u00fcr Genderund Architektur in: Leere R\u00e4ume<\/p>\n\n\n\n<p>Produkte und Werbung stellen eine Reflexion der Geschlechterverh\u00e4ltnisse dar. Dies ist auch im Angebot von allt\u00e4glichen Dingen abzulesen, wie zum Beispiel Rasierer, Kleidung oder Interfaces, aber auch in der Wahl von Berufen, spiegeln sich Genderverh\u00e4ltnisse wieder. <\/p>\n\n\n\n<p>Bei Designern liegt also auch die Verantwortung, wie Produkte gesehen werden sollen und wer angesprochen werden soll. Im Design wird auch \u00fcber Abgrenzung oder Gemeinsamkeit entschieden. F\u00fcr einige Produkte wird von der Gesellschaft eine Geschlechter Abgrenzung verlangt, beispielsweise bei Parfums. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Assoziationen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dunkle, harte, eckige oder funktional anmutende Zeichen und Gegenst\u00e4nde werden in unserem Kulturkreis eher mit \u201em\u00e4nnlich\u201c assoziiert. Helle, weiche, runde oder dekorativ anmutende Symbole und Dinge werden eher mit \u201eweiblich\u201c in Verbindung gebracht. Auch spezifische Farben werden Gendercodes zugeordnet. So ist rosa typisch f\u00fcr Frauen und blau typisch f\u00fcr M\u00e4nner. Diese Zuordnung entstand aber erst seit den 1920er Jahren. F\u00fcr Androgynit\u00e4t besteht kein spezifischer Zeichenvorrat. Die Assoziation von Farben mit verschiedenen Geschlechtergruppen ist heute so tief in unserem Alltag verankert, als sei dies kein blo\u00dfer Brauch, sondern angeboren und genetisch bedingt. Diese vergeschlechtlichte Wahrnehmungsebene wird in der Gestaltung und Vermarktung von Produkten immer wieder bedient und damit weiter gefestigt. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/gillette-rasiererl.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1308\" width=\"266\" height=\"266\" srcset=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/gillette-rasiererl.jpg 800w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/gillette-rasiererl-300x300.jpg 300w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/gillette-rasiererl-150x150.jpg 150w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/gillette-rasiererl-768x768.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 266px) 100vw, 266px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"is-layout-flow wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container\">\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/venus-rasierre-1-472x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1310\" width=\"129\" height=\"279\" srcset=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/venus-rasierre-1-472x1024.jpg 472w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/venus-rasierre-1-138x300.jpg 138w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/venus-rasierre-1-768x1668.jpg 768w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/venus-rasierre-1-707x1536.jpg 707w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/venus-rasierre-1.jpg 792w\" sizes=\"(max-width: 129px) 100vw, 129px\" \/><\/figure><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die Wahrnehmung von Gendercodes h\u00e4ngt von der pers\u00f6nlichen Wahrnehmung, kulturellem Hintergrund und der Einstellung ab. So ist es in manchen Kulturen beispielsweise \u00fcblich, dass M\u00e4nner R\u00f6cke oder Kleider tragen. Heutzutage werden diese Codes dichter und subtiler gesetzt, im Vergleich zu fr\u00fcheren Zeiten. Gendercodierungen k\u00f6nnen aber auch mittels Design ver\u00e4ndert und sogar gekehrt werden. Das Verpackungsdesign beeinflusst bewusst oder unbewusst die Kaufentscheidung, was auch gewisse Risiken miteinbezieht. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Massenproduktion unterstreicht diese Haltung. \u201eAlltagssexismus\u201c entsteht durch klischeehaftes Verpackungsdesign das auf die Zielgruppe zugeschnitten wird. Oftmals gehen h\u00f6here Preise f\u00fcr Frauenprodukte im Vergleich zu M\u00e4nnerprodukten einher. Haupts\u00e4chlich im Drogerie- und Kosmetikbereich sowie beim Friseurbesuch. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Genderneutrales Design<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dabei werden die Bed\u00fcrfnisse der Benutzer oft falsch eingesch\u00e4tzt. Immer mehr Menschen identifizieren sich als non-bin\u00e4r, viele wollen sich nicht \u00fcber ihr Geschlecht definieren und einige als geschlechtslos. Verpackungsdesigner finden auf diese Entwicklungen neue gestalterische Antworten und setzen bei Unisex-Produkten bewusst auf geschlechtsneutrale Verpackungen, die \u00fcberholte Vorstellungen au\u00dfer Kraft setzen. Design hilft Realit\u00e4ten durch genderneutrales Design zu schaffen und dadurch auf die Vielfalt der Gesellschaft geantwortet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"683\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/theordinary-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1312\" srcset=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/theordinary-683x1024.jpg 683w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/theordinary-200x300.jpg 200w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/theordinary-768x1152.jpg 768w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/theordinary-1024x1536.jpg 1024w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/theordinary-1365x2048.jpg 1365w, http:\/\/desres20.netornot.at\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/theordinary-scaled.jpg 1707w\" sizes=\"(max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Quellen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"https:\/\/www.zfbt.de\/veroeffentlichungen\/dokumente\/gender_design_2.81%20Leitfragen%20final.pdf\">https:\/\/www.zfbt.de\/veroeffentlichungen\/dokumente\/gender_design_2.81%20Leitfragen%20final.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Genderaspekte haben ihren Einfluss im Designprozess. Im Produktdesign, Informations- und Kommunikationsdesign. H\u00e4ufig wird im Produktdesign auf das Geschlecht Bezug genommen und das Design darauf zugeschnitten. Daraus entstanden Stereotype, die sich bis heute durchziehen. Die Werbung spricht gezielt ein bestimmtes Geschlecht an, wenden Farben an, die typisch Frau und typisch Mann sind. Diese Produkte werden bewusst<\/p>\n<footer class=\"entry-footer index-entry\">\n<div class=\"post-social pull-left\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fdesres20.netornot.at%2F%3Fp%3D1284\" target=\"_blank\" class=\"social-icons\"><i class=\"fa fa-facebook\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><a href=\"https:\/\/twitter.com\/home?status=http%3A%2F%2Fdesres20.netornot.at%2F%3Fp%3D1284\" target=\"_blank\" class=\"social-icons\"><i class=\"fa fa-twitter\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/shareArticle?mini=true&#038;url=http%3A%2F%2Fdesres20.netornot.at%2F%3Fp%3D1284&#038;title=Gender+%26%23038%3B+Design\" target=\"_blank\" class=\"social-icons\"><i class=\"fa fa-linkedin\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><\/div>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"http:\/\/desres20.netornot.at\/?p=1284\" class=\"more-link\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">\u2192<\/span><\/a><\/p>\n<\/footer>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2],"tags":[15,129,130],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1284"}],"collection":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1284"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1284\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1313,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1284\/revisions\/1313"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1284"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1284"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/desres20.netornot.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1284"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}